Zwischenbericht der BGE: Teilgebiete im Landkreis kommen als Endlagerstandort für radioaktive Abfälle in Frage

Landkreis Osnabrück Endlagerstandort

Die von der Bundesregierung mit der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle beauftragte Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat jetzt ihren ersten Zwischenbericht vorgelegt. Hierin kommt die BGE nach Anwendung der vorab definierten Ausschlusskriterien zu dem Ergebnis, dass nach Prüfung der Mindestanforderungen sowie der festgelegten geowissenschaftlichen Abwägungskriterien, innerhalb von Teilgebieten des Landkreises Osnabrück geologische Bedingungen herrschen, die eine Nutzung als Endlagerstandort möglich erscheinen lassen. Die Konflikte mit bestehenden anderen Nutzungen oder Schutzgebieten spielen in dieser Phase des Suchprozesses noch keine Rolle.

Nach vorliegenden Informationen wurden bundesweit insgesamt 90 sogenannte Teilgebiete ausgewählt. Sie umfassen eine Fläche von mehr als 240.000 Quadratkilometern, also rund 54 Prozent des Bundesgebiets. Nach Einschätzung des Landkreises kann daher aus dem Umstand, dass es auch im Osnabrücker Land „Teilgebiete“ gibt, nicht auf eine hohe Wahrscheinlichkeit geschlossen werden, dass die in etwa einem Jahrzehnt durch den Bund zu treffende Standortentscheidung tatsächlich zu einem Endlagerstandort in unserer Region führen wird.

Der Landkreis Osnabrück hat sich bereits in den vergangenen Jahren intensiv in den Endlager-Suchprozess eingebracht und diesen kritisch und konstruktiv begleitet. Neben der engmaschigen Einbindung der politischen Gremien und der Landkreis-Gemeinden haben sich Vertreter des Landkreises intensiv an den Beratungen der „Kommission zur Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“ beteiligt und bereits im Jahr 2015 die Fachbehörden des Landes darauf hingewiesen, dass aus ihrer Sicht die regionalen Tonsteinvorkommen aufgrund der nur geringen Mächtigkeit und vorhandener geologischer Störungen für ein Endlager nicht in Frage kommen.

Da der Landkreis Osnabrück trotz dieser Umstände nun auf der Liste der intensiver zu untersuchenden Teilgebiete Deutschlands steht, wird die Kreisverwaltung den sich nun anschließenden Suchprozess weiterhin intensiv begleiten und sich kritisch einbringen. Ein erster wichtiger Termin hierfür ist die vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) für den 17. und 18. Oktober in Kassel angekündigte „Fachkonferenz Teilgebiete“, in der die Inhalte des Zwischenberichtes zunächst der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen. In weiteren Terminen im Jahr 2021 soll die Fachkonferenz Teilgebiete anschließend in die inhaltliche Bearbeitung einsteigen. Hieran und an allen weiter zur Verfügung stehenden Beteiligungsformaten für den weiteren Suchprozess wird sich der Landkreis Osnabrück in engem Austausch mit den Städten und Gemeinden intensiv beteiligen und zu den hierbei gewonnenen Informationen in einen steten und engen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern treten. Hierzu ergänzend hat die Niedersächsische Landesregierung bereits unterstützend eine Informationskampagne zur Beteiligung der Öffentlichkeit sowie die Aufstellung eines Expertenteams der Fachbehörden zu Unterstützung der Kreise und Kommunen angekündigt.

Die Bundesregierung beabsichtigt, den Suchprozess bis zum Jahr 2031 abzuschließen und bis dahin einen geeigneten Standort für ein zentrales deutsches Endlager zum Verbleib des hochradioaktiven Atommülls gefunden zu haben.

Quelle Text: Landkreis Osnabrück

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