Torffreie Erden – utopisch oder realistisch?

Torffreie Erden
Foto: Landkreis Diepholz

Abschlussveranstaltung des Projektes „Nachhaltige Erden“

Im Europäischen Fachzentrum Moor und Klima gingen über 90 Interessierte von Kommunen, Land, Abfallwirtschaft, Erdenherstellung Landwirtschaftskammer, Naturschutz und Wissenschaft der Frage „Torffreie Erden – utopisch oder realistisch?“ nach. Auf der Abschlussveranstaltung des von der Metropolregion Nordwest geförderten zweijährigen Pilotprojektes „Nachhaltige Erden“ präsentierten die Akteurinnen und Akteure die Entwicklung des gemeinsamen Produkts der „Regionalen Blumen- & Pflanzerde“ – eine Erde ganz ohne Torf aus regionalen Rohstoffen. Die Vorstellung der erzielten Projektergebnisse und der Austausch über Chancen und Herausforderungen bei der Entwicklung und Verbreitung torffreier Erden waren zentraler Bestandteil des Tages.

Cord Bockhop, Landrat des Landkreises Diepholz und Antragsteller des Projekts, unterstrich in seiner Begrüßung, dass sich der Landkreis als moorreiche Region für den Moor- und Klimaschutz einsetze und bereits mehrere Projekte initiiert und unterstützt habe. „Austausch und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen ermöglicht uns gemeinsam innovative Produkte im Bereich der nachhaltigen Erden zu entwickeln. So können fachliche, materialbezogene und betriebswirtschaftliche Schnittstellen und Potenziale genutzt werden“, freute sich Landrat Bockhop über das große Interesse der Fachleute aus den relevanten Bereichen.

Landrat Jörg Bensberg dankte als Vorsitzender der Metropolregion Nordwest allen am Projekt Beteiligten ausdrücklich für die erfolgreiche Zusammenarbeit. „Es ist gelungen, ein großes Netzwerk unterschiedlichster Akteure aufzubauen. Jetzt gilt es, die Markteinführung des Produktes weiter voranzutreiben und weitere Kommunen und ihre Abfallwirtschaftsunternehmen als Projektpartner zu gewinnen“, so Landrat Jörg Bensberg. Innerhalb des Landes Niedersachsen trägt besonders das Gebiet der Metropolregion Nordwest aufgrund seines Torfreichtums eine hohe Verantwortung, nachhaltig mit der Ressource Torf umzugehen, um die verbleibenden Moorlandschaften zu sichern.

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Foto: A.W. Sobott

Impulse zum Thema Torfersatz gab Christopher Straeter aus dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. „Vor dem Hintergrund des Klima- und Moorschutzes sowie der begrenzten Ressource Torf besteht Handlungsbedarf, den Einsatz von Torf in Erden und Substraten durch die Entwicklung von Torfersatzstoffen zu reduzieren. Besonders für den Gartenbau stellt dies eine große Herausforderung dar, im Hobbybereich wird ein kompletter Torfverzicht in naher Zukunft angestrebt“, berichtete Straeter. Er unterstrich die Bedeutung dieses praxisorientierten Projekts und der innovativen übergreifenden Zusammenarbeit.

In einer Podiumsdiskussion standen Vertreter aus Abfallwirtschaft, Erdenherstellung, Naturschutz und Politik Rede und Antwort auf spannende Fragen rund um Schwierigkeiten, Potenziale und Zukunft des Torfersatzes in Erden und Substraten. Weitere Themen der Veranstaltung waren Qualität, Quantität und Nachhaltigkeit von Blumenerden und deren Ausgangsstoffen. Die Vorstellung der Torfminderungsstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und der Forschungsvorhaben des Thünen-Instituts zur ökonomisch-ökologischen Bewertung von Torfersatzstoffen komplettierten den Themenblock zu Torfalternativen. Die Ergebnisvorstellung der eigenen Versuchsreihe im Projekt zur Erprobung verschiedener torffreier Rezepturen, ein Bericht zur erfolgreichen Produkteinführung sowie der Erfahrungsaustausch zur Entwicklung und Etablierung anderer torffreier Erden rundeten das Programm ab.

Nach dem Erfolg des Pilotprojekts heißt es jetzt: Die Zusammenarbeit geht weiter, auch im nächsten Jahr können Verbraucherinnen und Verbraucher wieder die „Regionale Blumen- & Pflanzerde“ auf den beteiligten Wertstoffhöfen kaufen.

Informationen zum Projekt gibt es in der Geschäftsstelle des Projektes „Nachhaltige Erden“ im Europäischen Fachzentrum Moor und Klima in Wagenfeld-Ströhen oder unter www.nachhaltige-erden.de.

Quelle: Text AWIGO/Landkreis Osnabrück

 

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