Migrantenmilieustudie von Landkreis Osnabrück vorgestellt

Migrantenmilieustudie

Viele Menschen die in Deutschland leben, haben einen Migrationshintergrund oder eine familiäre Zuwanderungsgeschichte. Auch im Landkreis Osnabrück gehört ca. ein Viertel der Bevölkerung dazu. Aus diesem Grund hat sich eine Studie über Migrantenmilieus mit der Fragestellung „Sind die Einstellung und Verhaltensmuster der Migranten insbesondere über die ethnische oder religiöse Herkunft bestimmt?“ auseinandergesetzt. Das überraschende Ergebnis wurde anschließend in einer Veranstaltung im Kreishaus Osnabrück von dem Autor Bernd Hallenberg präsentiert. Er ist der stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Bauen und Wohnen. Bei der Vorstellung gab es etwa 80 Besucher aus verschiedenen Kommunen, Wohlfahrtsverbänden wie auch Migrationsorganisationen.

Eine Gruppe von Menschen, die im Alltagsleben fast gleiche Grundeinstellungen, Wertorientierungen oder Verhaltensweise haben, werden „Soziale Milieus“ genannt. Um die Bedürfnisse und Wünsche der Migranten besser wahrzunehmen, wurde zum ersten Mal 2008 ein Milieumodell erstellt. Die Neuauflage der Migrantenmilieustudie wurde 2018 vom vhw Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung zusammen mit dem Sinus-Institut vorgestellt und ist zu folgenden Ergebnissen gekommen: Den stärksten Einfluss auf die Einstellung der Menschen haben die Lebenswelten, in denen sie sich befinden. Zudem konnte man feststellen, dass es im Gegensatz zur ersten Untersuchung eine positive Veränderung der Integration von Zuwanderern gibt.

Die Studie wurde in den vergangenen Jahren immer weitergeführt und ist somit zu vielen weiteren Ergebnissen gekommen. Auch wenn die Kultur der Herkunft uns stark prägt bedeutet das nicht, dass sie auch über die Grundorientierung und Werterhaltung des Milieus entscheidet. Ein weiteres überraschendes Ergebnis ist, dass Personen von gleichem Milieu und unterschiedlichem Migrationshintergrund mehr miteinander verbunden sind als mit den anderen Volksgenossen. Des Weiteren wurde ein Vergleich der Ergebnisse im Landkreis Osnabrück und bundesweit gemacht. Dadurch wurde herausgefunden, dass im Landkreis ca. 14% der Bevölkerung einen Migrationshintergrund hat, im Bundesschnitt jedoch 2% weniger.

Durch diese Studie können Städte und Gemeinde besser mit den Migranten kommunizieren und für sie neue Ideen für die Beteiligung am öffentlichen Leben finden.

Fatma Nur Dogan

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