Das InnovationsCentrum Osnabrück ICO feiert fünfjähriges Bestehen

Fünf Jahre ICO
Foto: Wiebke Vollbrecht

Fünf Jahre ist es her, dass sich im InnovationsCentrums Osnabrück (ICO) die ersten technologieorientierten Unternehmen ansiedelten und der Wandel von einer ehemaligen britischen Kaserne in einen WissenschaftsPark begann. Das Haus im WissenschaftsPark Osnabrück bietet Mietbüros für technologieorientierte und innovative Start-ups und einen Coworking Space. „Mit dem ICO begleiten wir junge, innovative Unternehmen, speziell aus den Hochschulen, um sie langfristig im Wirtschaftsraum Osnabrücker Land zu halten und ihnen Entwicklungsraum zu bieten“, sagt Landrat Dr. Michael Lübbersmann. 10 Millionen Euro wurden von EU, Stadt und Landkreis Osnabrück, den Stadtwerken und der Sparkasse Osnabrück investiert. Von den Erfolgen zeugen die 52 Start-ups, die in den letzten fünf Jahren im ICO an ihren Ideen gearbeitet haben. Firmen sind herangewachsen und haben neue, qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen. „Die Zielsetzung des ICO, Unternehmensgründungen in der Region Osnabrück zu ermöglichen und sie für den wirtschaftlichen Erfolg zu unterstützen, wird somit in vielen konkreten Beispielen sichtbar“, so Oberbürgermeister Wolfgang Griesert.

Aus einem Start-up im ICO wird ein Hersteller von Batteriesystemen in Wallenhorst

Als einer der ersten Mieter hat die Firma Commeo das ICO Ende 2016 verlassen und in Wallenhorst einen Produktionsstandort eröffnet. Die weiterhin expandierende Commeo GmbH hat in einer mehrjährigen Entwicklungsphase hocheffiziente Lithium-Ionen Akkus entwickelt. Die vielseitigen würfelförmigen Energiespeicherblöcke eröffnen vor allem für industrielle Anwendungen neue Möglichkeiten, z. B. in den Bereichen Mobilfunktechnik, Ladeinfrastruktur und Notstromversorgung.

Algenfarm in Melle

Die Microganic GmbH hat 2015 im ICO mit dem Handel von Mikroalgen und deren Inhaltsstoffen begonnen. Seit 2017 kultiviert das Team um Gründer Peter Holtkamp eigene Mikroalgen. Als Plantagenstandort wählte Holtkamp seine Heimatstadt Melle und verpasste den Algen den passenden Namen „Meller Chlorella“. Holtkamp sieht viel Potenzial in seiner Algenzucht. Die Anwendungsfelder sind vielfältig. Als Superfood in der Nahrungsmittelindustrie, als Zusatz zum Tierfutter oder in der Kosmetik.

Saatgutentwickler SeedForward lässt sich in Bramsche nieder

Das 2017 gegründete Unternehmen SeedForward hat u.a. ein Saatgut mit besonderer Beschichtung entwickelt. Breit angelegte Feldversuche im letzten Jahr ergaben eine um bis zu 60 % erhöhte Wurzelbiomasse. Das Produkt enthält keinerlei Umweltgifte und ist nicht bienenschädlich. Bisherige Produkte zur Saatgutbeschichtung, auch Beize genannt, sind stark unter Druck geraten, denn für eine Reihe von Wirkstoffen läuft die Zulassung auf Grund von Umwelt- und Gesundheitsrisiken aus. Jetzt hat das Unternehmen eine Betriebsstätte in Bramsche eröffnet. Mit dem Markteintritt hat SeedForward ein entscheidendes Ziel erreicht und lässt die Start-up Phase hinter sich.

 Veräußerung von Start-up-Unternehmen: Ein erfolgreicher Exit

Das ist das, was sich andere Gründer wünschen. Die Brüder Janik und Fabian Schlarmann haben sich für einen Verkauf, einen sogenannten Exit, entschieden. Im ICO mit Filmproduktionen und Luftaufnahmen gestartet, entwickelten sie die Virtual Reality Software „Forestage“ mit der z. B. CAD-Daten virtuell erlebbar werden. 2017 wird das Start-up Forestage Technologies von SALT AND PEPPER Software aus Osnabrück übernommen und Forestage ein Teil der Embodied Engineering Suite, wodurch die Grundlage für weiteres Wachstum geschaffen wird.

Ausgezeichnete Start-ups

Notwendige Geldmittel für den Marktaufbau und eine Bekanntheitssteigerung lassen sich durch Gründerwettbewerbe erzielen. Einige Start-ups aus dem ICO haben hier wertvolle Erfahrungen gewonnen und tolle Platzierungen erreicht. Die Iotec GmbH gewinnt 2016 den Osnabrücker Wirtschaftspreis. Als Paradebeispiel einer Hochschulgründung, entwickelt das Start-up unter anderem Produkte im Bereich der Sensortechnik. Das Team von feelSpace hat den Gründerpreis DurchSTARTer 2017 für erfolgreiches Unternehmertum in Niedersachsen gewonnen. Das Gründerteam hat mit einem Navigationsgürtel für Blinde überzeugt und eine Siegprämie von 10.000 Euro eingestrichen. Ganz aktuell hat die mindQ hat bei dem Digitalen Gesundheitspreis 2019 von novartis, den zweiten Platz belegt und 15.000 Euro erhalten. Neben den Preisgeldern, ist die Medienwirkung überaus hilfreich für die Entwicklung der Jungunternehmen.

Firmen profitieren von Innovationsberatung

Seit 2016 bietet das InnovationsCentrum Osnabrück in Kooperation mit der WFO Wirtschaftsförderung Osnabrück und der WIGOS Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land eine Innovationsberatung für kleine und mittlere Unternehmen aus Stadt und Landkreis an. Bisher haben davon weit über 100 Firmen profitiert. 44 Unternehmen wurden erfolgreich bei Förderanträgen für Innovationsprojekte unterstützt. Insgesamt konnten somit über 7,6 Mio. € an Fördermittel für Unternehmen in Stadt und Landkreis eingeworben werden.

Das ICO wächst weiter

Dort, wo früher Panzer gewartet wurden, hat das ICO das neue Start-up-Zentrum Seedhouse aufgebaut. In der Marie-Curie-Str. 3 werden junge Gründerteams, die ganz am Anfang ihrer Idee stehen, individuell beraten und intensiv gecoacht, um den Entwicklungsprozess voranzutreiben. Das ICO-Projekt wird von einer Förderung des Landes Niedersachsen, dem Gründerfonds Osnabrück/Osnabrücker Land e.V. und der neuen Seedhouse Beteiligungs GmbH unterstützt. In dieser GmbH haben sich 28 Unternehmen aus dem gesamten Nordwesten mit Schwerpunkt in der Agrar- und Ernährungsbranche zusammengeschlossen.

Insgesamt blicken Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und Landrat Dr. Michael Lübbersmann hochzufrieden auf die ersten fünf Jahre des ICO zurück. „Wir haben viele Gründungen und Start-ups sehr erfolgreich begleitet, optimale Startbedingungen geboten und die Möglichkeiten für innovative Gründungen und Start-ups im Wirtschaftsraum Osnabrück deutlich nach vorne gebracht“.

Quelle: ICO

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