Neue Regeln für Datensicherheit: Empfindliche Strafen drohen

Neue Regeln für Datensicherheit

Ab dem 25. Mai müssen europaweit alle Stellen, die Daten natürlicher Personen verarbeiten, strengere Regeln im Datenschutz umsetzen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen hier vor neuen Herausforderungen.

„EU-Datenschutz-Grundverordnung – Jetzt wird’s ernst“. Unter diesem Titel führte EDV-Spezialist Thomas Floß die rund 100 Gäste umfassend in das Thema Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ein. Die EU-Regelung ersetzt ab dem 25. Mai eine 20 Jahre alte, weniger effektive EU-Richtlinie. Entwickelt wurde sie nicht zuletzt mit Blick auf Internetgiganten wie Microsoft oder Facebook, die Daten in bisher ungekanntem Ausmaß sammeln und verarbeiten – zum Teil unter Aushebelung von Geschäftsgeheimnissen. Wer sich nicht an die neue DSGVO hält, riskiert drakonische Strafen, schilderte der Fachmann: Firmen drohen Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des Jahresumsatzes.

Floß hatte als Vorstandmitglied des Bundesverbandes der Datenschutzbeauftragten (BVD) Einblick in die Entstehung der DSGVO. Anschaulich machte er klar, was etwa mit dem erforderlichen neuesten Stand der Technik gemeint ist: „Ein vier bis fünf Jahre alter Computer ist ungefähr vergleichbar mit einem 30 Jahre alten Auto, und das ist auch nicht auf dem neuesten Stand der Technik“, so Floß. Ein Rechner mit einem alten Betriebssystem wie Windows XP sei geradezu eine Einladung für Hacker. Aber auch moderne Geräte und Programme seien mit Vorsicht zu genießen: So verfügten Multifunktionsdrucker über eine Festplatte, die alle gedruckten Dokumente aufzeichne. Schließlich hätten Anwendungen wie WhatsApp nichts auf dem Firmenhandy verloren, da diese automatisch Daten in die USA versenden – einem laut DSGVO unsicheren Land für Daten, wie übrigens auch Großbritannien nach dem BREXIT.

Kritikern, die eine ausufernde Brüsseler Bürokratie vermuten, hielt Europe Direct Leiter Michael Steinkamp entgegen: „Möchten Sie, dass wie etwa westlich von Europa, große Konzerne alles über Sie wissen? Oder möchten Sie, dass wie beispielsweise östlich von Europa Staat und Behörden wirklich alles über Sie wissen?“ Referent Thomas Floß zog auf der durch die EU kofinanzierten Veranstaltung einen anderen Vergleich aus dem Bereich der Mobilität: „Wir haben uns in den achtziger Jahren an die Gurtpflicht gewöhnen müssen. Aber heute schnallen sich alle automatisch an.“ Genauso müsse das mit dem Blick auf die Datensicherheit auch sein.

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