Junge Leute kehren der Region Osnabrück den Rücken

Jugendliche

Für ihre Ausbildung kehren junge Menschen ihrer Heimatregion häufig den Rücken. Sie zurückzugewinnen sei für kleine und mittlere Unternehmen häufig schwierig, erklärt Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK).

Insbesondere zum Studieren verlassen viele Jugendliche ihre Heimatregion und kommen oft nicht wieder. Vor dem Hintergrund fehlender Fachkräfte stellt das für Unternehmen ein Problem dar. Die IHK hat die Wanderbewegungen insgesamt analysiert.

Wie attraktiv ist eine Region? Für Niedersachsen stehe fest: Aus Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern oder auch aus Sachsen-Anhalt und Thüringen hat es zwischen 2010 und 2013 viele Menschen zwischen 18 und 30 Jahren in das Bundesland gezogen. Dies zeigt eine IHK-Wanderungsanalyse, die Marco Graf, Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, am 18.02.2018 vorstellte.

Der Wanderungssaldo insgesamt – also die Differenz aus Zu- und Fortzug aus dem In- und Ausland – liege sowohl in Niedersachsen als auch im Bundesschnitt in den vergangenen 20 Jahren zumeist im Plus.

 

Junge Leute zieht es in die „Ferne“

Und die zeigen für die junge Zielgruppe im Kammerbezirk Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim ein ganz anderes Bild als für das Land Niedersachsen. Hier ziehe es junge Menschen vor allem nach Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin. Insbesondere in der Gruppe der 18- bis 25-Jährigen sowie der 25- bis 30-Jährigen sei der Wanderungssaldo seit Anfang der 2000er Jahren durchgängig negativ. „Das zeigt, dass junge Leute nach dem Ende ihres Studiums oder ihrer Ausbildung auch nicht zurückkommen“, erklärt der IHK-Hauptgeschäftsführer. Allein zwischen 2010 und 2013 haben insgesamt 6000 junge Menschen die Region verlassen.

 

Abwanderung entgegensteuern

Auch der Zuzug aus dem Ausland könne in dieser Altersgruppe den Trend nicht umkehren, sondern nur leicht entspannen. „Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist es sehr schwer, diese jungen Leute zurückzugewinnen“, betonte Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK).

Diesem Abwanderungstrend müsse entgegengesteuert werden, betonte Graf. Einen Ansatzpunkt sieht er in der gezielten Ansprache von Rückkehrern. So könnten zum Beispiel junge Familie durch ein besseres Betreuungsangebot gelockt werden. Auch mit dem Start-up-Zentrum würde für die junge Zielgruppe ein Anreiz geschaffen, in die Region zu kommen oder in der Region zu bleiben.

 

Gewisser Trend: „Zurück nach Hause“

Der DIHK sieht seit einigen Jahren jedoch auch eine Tendenz, wieder in die Heimat zurückzukehren. „Zentrale Ursachen dafür ist die in fast allen Regionen bessere Beschäftigungssituation sowie steigende Wohn- und Lebenshaltungskosten in den Ballungsräumen. Hinzu kommt häufig der Wunsch, in einer vertrauten Umgebung mit Familie und Freunden zu wohnen“, so Dercks. Auf diese veränderte Lage würden viele Regionen bereits reagieren, indem sie Veranstaltungen für Rückkehrer anbieten und Fachkräfteservicestellen einrichten. „Das geschieht in Ostdeutschland ebenso wie in Bayern oder auch Niedersachsen.“

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