Der Diesel-Skandal – Krise oder Chance für die Region Osnabrück?

Dieselzähler

Osnabrück und die Region gehören mit zu den wichtigsten Entwicklungsmärkten für die Automobilbranche. Der Volkswagen-Konzern mit seinem Hauptsitz in Wolfsburg unterhält mit dem ehemaligen Karmann-Werk eine weitere wichtige Produktionsstätte in Osnabrück. In der gesamten Region verteilt befinden sich zudem wichtige Zulieferfirmen der Automobilkonzerne, echte Branchenriesen.

Bei dieser regionalen Branchengewichtung verwundert es nicht, dass der Diesel-Skandal sich besonders hier sehr stark ausgewirkt hat. „Der Dieselskandal hatte sich definitiv negativ ausgewirkt. Schon mit der Veröffentlichung des Skandals im September 2015 war mir persönlich klar, dass sich die negativen Auswirkungen insbesondere für die Zuliefererindustrie und entsprechend auch für die Entwicklungsdienstleister in den darauffolgenden Monaten zeigen werden,“ ist sich Fred Farthmann, Geschäftsführer der Osnabrücker CAE Automotive GmbH, sicher. „Die Verunsicherung im Volkswagenkonzern hinsichtlich der enormen Strafzahlungen war spürbar. Diverse bzw. anvisierte Neuprojekte wurden aufgrund dieser Verunsicherung nicht gestartet. Darüber hinaus wurden laufende Projekte gestoppt,“ so die Einschätzung des Branchenkenners.

Ein Skandal hat weltweit Kreise gezogen und sich in der Automotive-Region rund um Osnabrück verheerend ausgewirkt. Wie allerdings bei jeder Krise, so liegt auch hier eine Chance, die jetzt erkannt und genutzt werden kann: „Aktuell darf ich den Dieselskandal als „reinigendes Gewitter“ bezeichnen. Der Volkswagenkonzern hat aus meiner Sicht die absolut richtigen Lehren gezogen und forciert nun massiv alternative Antriebe. Der Bedarf an Engineering-Dienstleistungen ist seit Sommer 2017 spürbar gestiegen, da viele neue Fahrzeugkonzepte und damit verbunden viele neue Fahrzeugderivate entwickelt und letztendlich auch produziert werden sollen. Entsprechend darf ich für die CAE Automotive GmbH konstatieren, dass die negativen Auswirkungen hinter uns liegen und wir auch Dank Volkswagen wieder positiv in die Zukunft blicken,“ fährt Fred Farthmann fort.

Die Krise zwingt sowohl die großen Automobilkonzerne als auch deren Zulieferer und Entwicklungsdienstleister dazu, den Pfad des „Weiter so“ schnellstmöglich zu verlassen und neue Ideen zu entwickeln. Hier bieten sich alternative Antriebe an, nachdem der Diesel in Verruf geriet. Nun liegt es an den Ingenieuren, neue Wege einzuschlagen, die zuvor noch niemand betreten hat, und innovativ zu denken. Hierin liegt für die Engineering-Branche eine ungeahnte Chance, wie auch Unternehmensführer Farthmann einschätzt: „Es werden in absehbarer Zukunft viele neue Fahrzeugmodelle entstehen. Neue Fahrzeugkonzepte und -Ideen werden schon in Kürze Realität. Dies erfordert bei den Automobilherstellern einen hohen Grad an externer Entwicklungsdienstleistung. Entsprechend würde ich die Zukunftsperspektiven für Engineering-Unternehmen als „ausgezeichnet“ ansehen.“

Insofern kann die Kernregion der Automobilbranche rund um Osnabrück aufatmen und zuversichtlich in die Zukunft blicken, vorausgesetzt, man zeigt jetzt Mut zu echten technischen Innovationen.

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