Wirtschaftsspionage ist eine Gefahr für jedes Unternehmen

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Siegfried Averhage; Geschäftsführer der WIGOS, Referent Jörg Peine-Paulsen von der Abteilung Wirtschaftskriminalität des Niedersächsischen Verfassungsschutzes, Landrat Dr. Michael Lübbersmann und Georg Dobelmann, Eigentümer des See- und Sporthotels Ankum. Foto: WIGOS / Kimberly Lübbersmann

Im Rahmen eines Unternehmerfrühstücks des Landkreises Osnabrück in Ankum hielt Jörg Peine-Paulsen von der Abteilung Wirtschaftskriminalität des Niedersächsischen Verfassungsschutzes einen Vortrag zum Thema „Wirtschaftsspionage – Jeden kann es treffen!“.

„Gerade kleineren Unternehmen ist gar nicht bewusst, dass es auch im eigenen Hause viele Informationen gibt, die für einen Mitbewerber interessant sind“, erläuterte Landrat Dr. Michael Lübbersmann in seiner Begrüßung die Notwendigkeit, eine Veranstaltung zu diesem Thema anzubieten. In Deutschland entstehen durch Wirtschaftsspionage jährlich Verluste von rund 100 Milliarden Euro.

Informationsdiebstahl ist heute ganz einfach, demonstrierte Wirtschaftsspionagefachmann Peine-Paulsen anhand von Beispielen. Die Beschaffung eines Spähprogramms ist für jeden problemlos und ohne große Kosten möglich. „Für die Infektion des gesamten Computerbestands eines Unternehmens ist es oft ausreichend, unbedacht einen scheinbar zufällig gefundenen USB-Stick in den Computer zu stecken.“, so Peine-Paulsen. Durch die Vernetzung der Geräte könne größerer Schaden anfallen als eingeschätzt wird.

Im Rahmen einer aktuellen Studie haben Forscher an rund 12.000 Beschäftigte in Unternehmen eine E-Mail gesendet, die angeblich von der eigenen EDV-Abteilung stammte. 58 Prozent der Angeschrieben sind der darin enthaltenen Aufforderung gefolgt, ihr Password zu nennen. „Besonders unvorsichtig sind dabei Menschen unter 30 Jahre – die Digital Natives also“, berichtete Peine-Paulsen.

Der Verfassungsschützer regte an, Mitarbeiter stetig auf die Gefahren des Datendiebstahls hinzuweisen, Maschinenparks möglichst nicht zu vernetzen und auch bei älteren Industrieanlagen den Passwordschutz zu überprüfen. Höchste Priorität sollte der Schutz des wesentlichen Know-hows jeder Firma haben. Ein Notfallplan für Cyberattacken dürfe keine Theorie bleiben, sondern müsse eingeübt werden. Sein Rat: „Wenn sie bei einer Anfrage, einer Aktion oder einem Geschäftskontakt intuitiv Bedenken oder Zweifel haben, hören sie auf ihr Bauchgefühl.“

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