Starker Anstieg bei Produktion von Schadsoftware

Vortrag-Schadsoftware-Hansalinie

Unternehmen der „Hansalinie“ informieren sich über Cyberattacken
Foto: WIGOS  / M. Neumann

Knapp 30 Interessierte nutzten jetzt auf Einladung des Vereins Hansalinie die Chance, sich im Unternehmen Segler in Berge bei einem Fachvortag über die Gefahren von Cyberattacken zu informieren. Referent Harald Bunte zeichnete ein anschauliches Bild der aktuellen Situation und möglicher Lösungsansätze. Im Anschluss erfuhren die Unternehmensvertreter bei einer Betriebsbesichtigung, wie Segler als europaweit tätiger Spezialist für Fördertechnik heute auch innovativ prozesstechnische Anforderungen wie Mischen, Dosieren, Kühlen oder Pressen löst.

„Cyberattacken bedrohen nicht nur Großkonzerne, sondern sind in kleinen und mittelständischen Unternehmen eine akute Gefahr für die Datensicherheit“, so Organisator Robert Kampmann von der WIGOS Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land. Er betreut das Netzwerk „Maschinen- und Anlagenbau“ der Hansalinie. Die Brisanz des Themas zeigte auch der Fachvortrag von Harald Bunte, Mitarbeiter des Niedersächsischen Verfassungsschutzes. „Wir erleben zurzeit einen starken Anstieg der professionellen Produktion von Schadsoftware“, skizzierte er. Allein der Blick auf ausländischen Nachrichtendienste zeige, wie viel dort investiert werde: So arbeiteten rund eine Million Menschen allein für die chinesischen Dienste, in Russland seien es immerhin rund 400.000 Personen. Hinzu kämen unzählige, häufig ausgezeichnet organisierte Cyberkriminelle.

 

Erschreckend kreative Angreifer

Besonders erschreckend: „Oft ist es auch für Laien kein Problem, die Schadsoftware einzusetzen, da sich in diesem Bereich eine ganze Dienstleistungsbranche entwickelt hat“, erklärte Bunte. Die Angriffe erfolgten auf ganz unterschiedlichen Ebenen: über E-Mail-Anhänge, Bewerbungen mit Dropbox-Links oder Werbegeschenke wie Kugelschreiber oder USB-Sticks. „Seien sie sicher: Die Angreifer sind äußerst kreativ“, warnte der Experte. Buntes Berichte aus der Praxis verursachten dann dem einen oder anderen Unternehmensvertreter durchaus eine Gänsehaut: Denn auch in Deutschland sind schon ganze Produktionen von Cyberkriminellen stillgelegt worden; auch für kleine Erpressungsbeträge.

 

Schutzmaßnahmen sind Chefsache

Was können Betriebe also tun, um sich zu schützen? Der Referent hatte zahlreiche Tipps im Gepäck. Zum einen empfahl er, weiterhin auf die „Klassiker“ zu setzen: regelmäßig Passwörter ändern, keinen Passwort-Manager im Browser verwenden und Softwareupdates fahren, um Sicherheitslücken zu schließen. Es gelte jedoch genauso, die Beschäftigten für die Gefahren zu sensibilisieren, insbesondere bei E-Mails. Sinnvoll sei es auch, nur die darauf angewiesenen Geräte ans Internet anzubinden sowie regelmäßige Daten-Backups auf Datenträgern zu sichern, die nicht ans Netz angeschlossen seien. Sensible Daten sollten darüber hinaus verschlüsselt werden. „Sie sehen also: Das Thema ist auf jeden Fall Chefsache“, stellte Bunte klar.

Der Verein Hansalinie ist ein Zusammenschluss der Stadt Osnabrück sowie der fünf Landkreise an der A1 zwischen Osnabrück und Bremen, regional ansässigen Unternehmen sowie wirtschaftsnahen Einrichtungen. Ziel ist es, den Wirtschaftsraum zu stärken.

 

Bildunterschrift:

Cyberkriminalität stand im Mittelpunkt eines Fachvortrages für Mitglieder des Wirtschaftsnetzwerkes Hansalinie bei der Segler-Förderanlagen Maschinenfabrik in Berge (von links): Robert Kampmann, WIGOS, Thomas Neteler, Geschäftsführer bei Segler, Referent Harald Bunte, Niedersächsischer Verfassungsschutz, und Dr. Karsten Quint, Gesellschafter und Leiter der Konstruktion.

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